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Recht auf Stadt im Waageplatzviertel (Workshop mit Alexandra Nozik)

Für den 6. Juni um 18 Uhr laden wir, das Bürger*innenforum Waageplatzviertel ein zu unserem “Recht auf Stadt”-Workshop mit Alexandra Nozik. In den letzten Wochen und Monaten haben wir uns in unserem Forum organisiert und vernetzt. Jetzt wollen wir mehr über ähnliche Initiativen lernen und unsere eigene Situation besser verstehen.

Bei unserem Treffen möchten wir darüber sprechen, was “Recht auf Stadt” bedeuten kann. Zunächst wird uns die Referentin in einer kleinen Einführung erläutern, was eine “unternehmerische Stadt” ist, warum unsere Städte heute so bezeichnet werden können und welche Widersprüche in der Interessenbildung dadurch lokal entstehen. Daraus ergibt sich in vielen Städten die Notwendigkeit, für ein Recht auf Stadt einzustehen und sich dafür lokal zu organisieren, meistens in Krisenzeiten mit akuten Zielen der Betroffenen.

In kleinen Gruppen können wir anschließend von der Referentin mitgebrachten Lesestoff zu einigen organisierten städtischen Gruppen und deren politischen/sozialen Aktionen und Handlungsformen diskutieren. Zu einem weiteren Beispiel werden wir alle gemeinsam einen Doku-Film schauen.
Am Ende werden wir unsere Gedanken und Ideen, die wir aus der Workshop-Phase mitnehmen, austauschen und diese in Bezug mit unseren Erfahrungen im Waageplatzviertel bringen. Wir freuen uns auf euch!

Bürger*innenforum Waageplatz-Viertel

Gegen Iso­la­tion und für men­schen­würdi­ges Wohnen! Schließt die Siekhöhe!

Demonstration am Samstag, 10.6., 14 Uhr Gänseliesel. Den Aufruf in weiteren Sprachen gibt es hier: Arabisch, Persisch, Englisch und Französisch.

Am 13.06. will der Göt­tinger Sozialauss­chuss über die Schließung mehrerer Gemein­schaft­sun­terkün­fte für Geflüchtete entschei­den. Die Schließung von Sam­melun­terkün­ften ist zwar grund­sät­zlich zu begrüßen. Dass aber nun aus­gerech­net die Gewer­be­halle Siekhöhe trotz ihrer vielfachen Män­gel weit­er­be­trieben wer­den soll, ist ein Skandal.

Die Siekhöhe ist ein Exem­pel für die Zumu­tun­gen, denen Men­schen in Gemein­schaft­sun­terkün­ften aus­ge­setzt wer­den: Schon vor Betreten der Unterkunft verdeut­licht der Zaun um die Halle die Aus­gren­zung der Bewohner*innen. Im Gebäude selbst gibt es kaum Tages­licht, Zim­merdecken fehlen und es herrscht ein (baulich bed­ingter) kon­stant hoher Lärm­pegel. Ergänzt wird die unzure­ichende Architek­tur durch ein repres­sives Sys­tem von Überwachung und Fremdbes­tim­mung. Die Teil­habe am gesellschaftlichen Leben der Stadt Göt­tin­gen wird durch die extreme Rand­lage und man­gel­hafte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zusät­zlich erschw­ert. Es gibt kein­er­lei Nach­barschaft wie an anderen Unterkün­ften, die diese Prob­leme sol­i­darisch auf­fan­gen kön­nte. Dass Men­schen gezwun­gen wer­den, unter solchen Bedin­gun­gen zu leben – obwohl bessere Alter­na­tiven zur Ver­fü­gung ste­hen –, wollen wir nicht weiter akzeptieren.

Die bish­eri­gen Proteste gegen die Siekhöhe waren nicht umsonst: Die Schließung der Siekhöhe steht endlich auf der Tage­sor­d­nung. Auch wenn die Stadtver­wal­tung noch ihren Weit­er­be­trieb vor­sieht, besteht jetzt die Möglichkeit, Druck aufzubauen, die bre­ite Ablehnung dieser Unterkunft deut­lich zu machen und auf die Durch­set­zung unserer Forderun­gen zu dringen.

Deswe­gen wer­den wir am Sam­stag, dem 10.06.2017 um 14 Uhr für men­schen­würdi­ges Wohnen und die Schließung der Siekhöhe demon­stri­eren. Lasst uns den Mit­gliedern des Sozialauss­chuss und der Stadtver­wal­tung zeigen, dass die Bewohner*innen nicht alleine da ste­hen, son­dern Teil einer bre­iten, kri­tis­chen Öffentlichkeit sind.

Im Göt­tinger Stadt­ge­biet ist die Siekhöhe sicher das her­aus­ra­gende Beispiel für eine men­sche­nun­würdige Unter­bringung. Doch ihre Schließung kann nur der erste Schritt sein: Auch wenn die Zustände dort mit Abstand am schlimm­sten sind, stellen Sam­melun­terkün­fte generell keine geeignete Form der Unter­bringung dar. Ihre Ein­rich­tung ist das Ergeb­nis einer poli­tis­chen Praxis, die nicht von den Bedürfnis­sen der Geflüchteten aus­geht, son­dern auf Kon­trolle, Iso­la­tion und Abschreck­ung setzt. An ihre Stelle muss eine Poli­tik treten, die für alle Göttinger*innen men­schen­würdi­gen und bezahlbaren Wohn­raum schafft. Der Ein­satz für das Ende der Siekhöhe kann daher nur ein Anfang und Aus­gangspunkt sein für unsere weit­ere Sol­i­dar­ität im Kampf um ein schönes Leben für Alle. Gehen wir es gemein­sam an – auf der Demo und darüber hinaus!

Unsere Ziele sind:

Sofor­tige Schließung der Siekhöhe und aller men­sche­nun­würdi­gen Massenunterkünfte

Aus­bau der dezen­tralen Unter­bringung mit Möglichkeit der Woh­nungswahl nach indi­vidu­ellen Bedürfnissen

kon­se­quente Nutzung von vorhan­denem Leer­stand als Wohnraum

Ein öffentlicher Woh­nungs­bau, der guten und bezahlbaren Wohn­raum für alle Göttinger*innen schafft

Arbeit um jeden Preis: Kontrolle und Verwertbarkeit migrantischer Arbeitskraft im „Integrationsgesetz“(19h)

Title: Arbeit um jeden Preis: Kontrolle und Verwertbarkeit migrantischer Arbeitskraft im „Integrationsgesetz“(19h)
Description: Veranstaltung mit Basisdemokratischer Linke (Göttingen) im Rahmen der Reihe “Migration und Arbeit(skämpfe)” von Basisdemokratischer Linke und OM10.
Weitgehend unbeachtet von einer kritischen Öffentlichkeit hat der Bundestag im Juli das sogenannte „Integrationsgesetz“ verabschiedet. Hinter der harmlosen Fassade verbergen sich durchaus weitreichende Änderungen, die darauf abzielen, einen Teil der Geflüchteten deutlich stärker als bisher als Arbeitskräfte nutzbar zu machen. Dabei setzt das Gesetz vor allem auf umfangreiche Disziplinierungs- und Sanktionsmechanismen. Auch wenn die entsprechenden Bestimmungen in diesem Kontext und der konkreten Komposition neu sind, kennen wir viele der Einzelmaßnahmen aus anderen Zusammenhängen – insbesondere den Hartz-IV-Gesetzen – in ähnlicher Form bereits seit längerer Zeit. Das heißt, dass wir einerseits in gewissem Umfang auf Erfahrungen im widerständigen Umgang mit derartigen Regelungen zurückgreifen, andererseits mögliche Verbindungslinien zwischen vermeintlich getrennten Kampffeldern ausloten können. Genau darum soll es in dieser Veranstaltung gehen:
Nach einer kurzen Einführung in den Inhalt des neuen Gesetzes wollen wir darüber sprechen, wie wir das Wissen aus bisherigen Kämpfen im Kontext „aktivierender Arbeitspolitik“ nutzen können, welche Chancen sich für eine solidarische Bezugnahme verschiedener Gruppen bieten und welche Hindernisse sich dabei möglicherweise auftun.
Start Time: 19:00
Date: 2017-04-20

„Sanctuary Cities” – Vortrag und Diskussion mit Eberhard Jungfer

Dienstag, 21.03.17, 19.00 Uhr

Sanctuary Cities war eine Bewegung in den USA, die in den 1980er Jahren entstand und heute eine Wiederbelebung in den USA erfährt. Das Sanctuary Movement wurde von mehr als 500 Kirchengemeinden getragen. Daraus entwickelte sich ein Trend, der auf einem Zusammenwirken von örtlichen Initiativen und Stadtverwaltungen beruhte und in der Gründung von Sanctuary Cities mündete. Städte, die die Festnahme und Ausweisung von Migrantinnen durch die Bundesbehörden nicht unterstützen, darunter Weltstädte wie Los Angeles und New York.
In Barcelona forderte jüngst die Stadtregungen die Bildung eines europäischen Netzwerks von rebellischen sanctuary cities. Angesichts des
Rollbacks in der Flüchtlingspolitik und der immer brutaleren Abschottung der Grenzen ist es Zeit, an eine solche Politik von unten zu erinnern und diese Idee zu verbreitern.
Eberhard Jungfer wird von dieser Bewegung zu erzählen und über neuere Entwicklungen in den USA aber auch in Europa berichten. Er wird die
Möglichkeit, diese Bewegung auf deutsche Gegebenheiten zu übertragen zur Diskussion stellen.

Zwischen Beratung und Solidarisierung. Mobile Arbeit im Oldenburger Münsterland (19h)

Title: Zwischen Beratung und Solidarisierung. Mobile Arbeit im Oldenburger Münsterland (19h)
Description: Veranstaltung mit Guido Grüner (Arbeitslosenhilfe Oldenburg) im Rahmen der Reihe “Migration und Arbeit(skämpfe)” von Basisdemokratischer Linke und OM10.
In der boomenden Fleisch- und Zerlegeindustrie südlich von Oldenburg ist es in den vergangenen Jahren zu einem massenhaften Einsatz migrantischer Arbeiter/innen gekommen: Menschen aus osteuropäischen Ländern, in letzter Zeit verstärkt auch Refugees, werden als Werkvertrags- oder Leiharbeiter/innen zu niedrigen Löhnen und teils miserablen Arbeitsbedingungen beschäftigt. Durch die Vermietung von absurd überteuertem Wohnraum bzw. die Kasernierung findet zudem eine doppelte Ausbeutung statt, die schon im früheren „Gastarbeiterregime“
charakteristisch war. Die Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO) hat, gemeinsam mit anderen Beratungsstellen, in den vergangenen Jahren
Streiks und andere Proteste der Arbeitenden unterstützt.
Wir sprechen mit Genoss_innen aus der ALSO über ihre Erfahrungen aus der Beratungspraxis, und insbesondere über Strategien, die dazu beitragen können, solidarische Kontakte zu migrantischen Selbstorganisationen zu entwickeln.
Start Time: 19:00
Date: 2017-03-16

Pass-Ausstellung ist eröffnet

Im Rahmen einer Vernissage mit 30 Besucher*innen wurde am 19.03.17 die Pass-Ausstellung in der OM10 eröffnet. Mit der Lesung der Pass-Passagen wurde auf literarische Weise in das Thema eingeführt.

„Ich hatte nie vor, die Grenzen des Gesetzes zu verlassen. Ich glaube ja an ihren Sinn. Und ich werde dafür bezahlt, dafür zu sorgen, dass sie eingehalten werden. Während der Fahrt im Auto dachte ich, das überleb ich nicht; ich tu, was Schlepper tun! Ich schmuggele eine Person über die Grenze nach Italien. Ich, ein Richter, Hüter des Rechts und der Gesetze. Wenn ich aber über den Rückspiegel auf die Frau sah, die vertrauensvoll schlief, oder mit weit geöffneten Augen die Gegenden bestaunte, durch die wir fuhren, schien es mir ohne Arg und etwas, das die Menschen ständig tun: Sie reisen.“ Aus Maxi Obexer, Illegale Helfer, Theaterstück.

Die Auszüge aus den Romanen sowie die Literaturliste sind ebenfalls in der Ausstellung nachzulesen.

Sind Pässe der Passierschein, um Grenzen zu überwinden? Wer bin ich – mit und ohne und mit welchem Pass? Kann eine Identität ausgewiesen werden? Warum sind Menschenrechte an den Besitz des richtigen Passes geknüpft?

Einige Antworten lassen sich in der Ausstellung finden. Andere nicht. Pässe kommen selbst zu Wort. Sie sind umgestaltet, erzählen Geschichten, regen zum Nachdenken an oder bringen uns zum schmunzeln. Die von der Decke hängenden Pässe sind wirklich phantasievoll gestaltet worden und sind einen Besuch der Ausstellung wert.

Geöffnet:
Dienstags und Freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr
und nach Absprache (om10(at)riseup.net)
OM10, Obere-Masch-Str. 10

“You can’t evict Solidarity” – Infoveranstaltung zur AntiRep-Kampagne wegen Besetzungen in Griechenland

Title: “You can’t evict Solidarity” – Infoveranstaltung zur AntiRep-Kampagne wegen Besetzungen in Griechenland
Description: “You can’t evict Solidarity” ist eine Anti-Repressions-Kampagne zur Unterstützung der Aktivist*innen, die nach den Räumungen der besetzten Häuser in Thessaloniki (Griechenland) im Juli/August 2016 und anschließenden Protesten vor Gericht stehen.

pathos ja ti lefterja’Ine dynato’tero apo’la ta kelja’!
Our passion for freedom is stronger than their prisons!
Unsere Leidenschaft für Freiheit ist stärker als alle Gefängniszellen!

Infos: https://cantevictsolidarity.noblogs.org/
Start Time: 17:00
Date: 2017-03-01

Siebdrvcken in der OM10!

Mittwoch, 21.12.16, 19:30 Uhr, Saal

Wir haben Siebe, Farben und gefühlt tausend Motive. Bringt eure
Klamotten mit und los gehts – da vorher noch pleniert wird kann es sein, dass
es auch ne halbe Stunde später los geht.

Wir freuen uns auf Euch!

Oury Jalloh – Das war Mord! Infos zur Kampagne 7. Januar 2017

Montag, 19.12.16, 20:00 Uhr, Saal

KAMPAGNE 7. Januar 2017
gegen das Verbrennen – Vertuschen – Verschweigen -Verfolgen
Oury Jalloh – Das war Mord!

Der 7. Januar 2017 und damit das Gedenken zum 12. Todestag von OURY JALLOH, der von Polizisten erst seiner Freiheit, dann seiner Handlungsfähigkeit und schließlich auf bestialische Weise seines Lebens beraubt wurde, wird im nächsten Jahr an einem Sonnabend stattfinden!
Die Polizei von Dessau-Roßlau hat Oury Jalloh am 7. Januar 2005 erst rechtswidrig fest- und dann weiterführend rechtswidrig in Gewahrsam genommen, ihn dann an allen vier Extremitäten auf eine feuerfeste Matratze in der gefliesten Gewahrsamszelle Nr. 5 fixiert und ihn bis zur
Unkenntlichkeit verbrannt…
Die Täter werden bis heute durch Unterschlagung und Manipulation von Beweismitteln und logikverachtende Ignoranz gegenüber offenkundigen Beweisen geschützt, die Familie und das Opfer verhöhnt, Verantwortung und Gerechtigkeit werden verweigert! Stattdessen sollen diejenigen, die für die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh kämpfen, durch massive staatliche Repression zum Schweigen gebracht werden!
Wir laden alle, denen an der Verhinderung weiterer rassistischer Morde durch Staatsbeamte mit und ohne Uniform, mit und ohne Robe aber auf jeden Fall mit menschenleben-verachtender Scheinheiligkeit ein, unser Gedenken am 7. Januar direkt in Dessau-Roßlau zu unterstützen und
eine kraftvolle Demonstration gegen staatlichen Rassismus in allen Behörden und Ministerien dieses Landes zu setzen – nicht nur in Sachsen-Anhalt – nicht nur in Deutschland – nicht nur innerhalb Europas.

Infoveranstaltung mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh
Infos zur Kampagne, zum aktuellen Stand der Aufklärungsarbeit und zur massiven Repression gegen Aktivist*innen der Initiative.

On Tour: Das beste Hotel Europas (am 6.12. 18 Uhr in der OM10)

Nach sechs Monaten City Plaza in Athen berichten UnterstützerInnen und ehemalige BewohnerInnen auf einer Veranstaltungsreihe in Norddeutschland von ihren Erfahrungen. Das City Plaza liegt mitten in der Innenstadt von Athen, im April 2016 wurde das leerstehende Hotel von einer AktivistInnengruppe besetzt. Seitdem wird der alltägliche Betrieb von solidarischern UnterstützerInnen gemeinsam mit den dort wohnenden Ge­flüchteten organisiert. Die 400 neuen Gäste, darunter 180 Kinder, kommen aus aller Welt: aus Syrien, Rojava, Irak, Pakistan, Iran und Afghanistan. Im City Plaza finden sie einen Platz, der ihnen Privatsphäre, ein Wohnen in Sicher­heit und Würde ermöglicht. Wir leben zusammen, wir kämpfen zusammen, Solidarität wird gewinnen lautet ihr Motto. Das Hotel demonstriert jeden Tag aufs Neue, dass es selbst in Zeiten von Krise und Armut möglich ist, Menschen willkommen zu heißen und würdige Lebensbedingungen für Alle zu schaffen. City Plaza ist ein politisches Beispiel: es ist ein Ort der Gleichheit und Solidarität, das gelebte Gegenteil zur Festung Europa und ihren schändli­chen Grenzen. Das City Plaza Hotel ist ein Symbol der Hoffnung. Continue reading On Tour: Das beste Hotel Europas (am 6.12. 18 Uhr in der OM10)