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ROUVIKONAS

Wir laden Euch am 25.9. um 18 h herzlich in die OM10 ein – Ausschnitte
aus Film & Vortrag mit & von ROUVIKONAS

bitte 3G beachten (*Impfpass, Zertifikat über Genesung oder
Testnachweis, es gibt auch Tests vor Ort – dann kommt bitte früher!)

Die [Gruppe]
Rouvikonas ist ein anarchistisches Kollektiv aus Athen, die mit breit
gefächerten Aktionen soziale Kämpfe unterstützen wollen. Fokus ist dabei
zum Einen solidarische Arbeit (z.B. Nachbar*innenschaftsarbeit,
Essensverteilung) und zum Anderen direkte Aktion (z.B. Einbruch in
Energieversorger wegen abgeschaltetem Strom in Arbeiter*innenviertel,
Zerstören der Kartei zu Kreditwürdigkeit in griechischer Zentralbank).
Ein (Gründungs-)Mitglied von Rouvikonas (Spyros) wird den Vortrag und
das Gespräch machen. Die Person spricht sehr gutes Englisch, aber kein
Deutsch. Es wird deswegen eine (Flüster-)Übersetzung für das Gespräch
danach geben.

Der [Film]

LOVE AND REVOLUTION von Yannis Youlountas kann bei Interesse gerne
vollstaendig auf YouTube angesehen werden. Wir wollen ihn aus
unterschiedlichen Gruenden nicht vollstaendig zeigen, sondern vor allem
einzelne Ausschnitte zeigen. Der Film zeigt verschiedene soziale Kämpfe
und Gruppen in Griechenland. Darunter Rouvikonas, eine Besetzung auf
Kreta um einen Flughafen zu verhindern, antinationale und
antirassistische Kämpfe rund um die EU-Außengrenze, Geflüchtetensquats
in Athen, linke Medien und Häuserkämpfe in Thessaloniki. Der Film ist
von 2018 und vieles hat sich seitdem leider verändert. Vor allem der
Regierungswechsel 2019 hin zu einer konservativen Regierung hat die
Bewegung geschwächt. Nur als Hintergrundinfo, aber dazu kann Spyros ja
mehr erzählen.
*Triggerwarnung:* Polizeigewalt wird explizit dargestellt, rassistische,
faschistische und
traumatisierende Fluchterfahrungen werden in Gesprächen thematisiert.

Für Bildmaterial & Infos zum Film
http://lamouretlarevolution.net/spip.php?article22
http://lamouretlarevolution.net/spip.php?article21
http://lamouretlarevolution.net/spip.php?article5
http://lamouretlarevolution.net/spip.php?article3

Außerdem hier noch die Homepage von Rouvikonas
https://rouvikonas.gr/

Zu Afghanistan nach der Kapitulation der westlichen Mächte und der Machtübernahme der Taliban

Redebeitrag von FiA bei der Kundgebung am 11.09.21, Altes Rauthaus
Alle Fotos von Linksunten Göttingen

Bei FiA sind wir einige Frauen, die aus Afghanistan kommen und unsere Gedanken und unsere Herzen sind ununterbrochen bei den Menschen und bei unseren Familien, die in Afghanistan leben und jetzt aushalten müssen, was uns die Mächtigen beschert haben. Wir leben hier in Deutschland. Unsere Körper sind hier aber wir fühlen uns nicht hier.

Während die Berichterstattung über die Situation in Afghanistan weniger wird, bekommen wir weiterhin täglich die Anrufe, die Hilferufe von unseren Familien. Wir hören und lesen von morgens bis abends Nachrichten, wir können nicht anders. Wir sind wie gelähmt vor Angst. Für uns ist diese Situation unerträglich. Unsere Familien sitzen in ihren Häusern fest. Sie sind voller Angst. Die Eltern versuchen, die ganze Nacht wach zu bleiben, damit die Männer sich rechtzeitig verstecken können. Sie fliehen in die Felder, sind weitgehend ohne Nahrung und ohne Versorgung. Inzwischen sind viele sehr geschwächt. Krankheit und Hunger machen sich breit. Viele Frauen sind allein mit ihren Kindern. Sie sind verzweifelt. Die Mütter wissen nicht, wie sie ihre Kinder schützen sollen, wie sie verhindern sollen, dass ihre Töchter von den Taliban abgeholt werden. Wir wissen von schrecklichen Taten der Taliban.

Und besonders trifft es die Armen Menschen. Sie werden wie immer auch jetzt weitgehend vergessen. Aber sie haben gar keine Möglichkeit zu fliehen. Sie schaffen meistens noch nicht einmal den Weg zur nächsten Grenze. Armut haben 20 Jahre Krieg von Amerika, England, Deutschland und den anderen westlichen Staaten nicht beseitigt. Im Gegenteil: Es wurden nur mächtige Herrscher unterstützt, die die Armut noch größer gemacht haben. Und jetzt sind die armen Menschen wieder die, die am meisten um ihr Leben fürchten müssen und der Willkür der Herrscher vollkommen schutzlos ausgeliefert sind.

Die Menschen in Afghanistan sind müde! So viele Jahre Krieg! Von allen Seiten waren die Kriege immer gegen sie gerichtet. Alle Herrscher, ob russisches, ob westliches Militär oder Taliban, haben die Menschen immer nur benutzt für ihre eigenen Interessen.

Bis heute gehen mutige Menschen in Afghanistan auf die Straße und fordern Freiheitsrechte. Wir hören, dass viele von ihnen schwer misshandelt, gesteinigt und erschossen werden. Unsere Herzen bluten mit ihnen und ihren Familien!

Aber es gibt auch so gute Meldungen: Wir hören von Napuli Langa, einer mutigen Frau von International Women space. Sie ist letzte Woche für mehrere Tage in Berlin auf dem Oranienplatz in einen Baum geklettert. Eine ihrer zentralen Forderung ist ein sofortiges Landesaufnahmeprogramm für afghanische Flüchtende. Diese Aktion wärmt unsere Herzen und tut soo gut! Wir hören von einzelnen Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, die in Afghanistan geblieben sind und jetzt all ihre Kräfte für die Menschen einsetzen. Wir sind ihnen unendlich dankbar! Und wir erfahren von der Aktion Kabul-Luftbrücke, die mit einem privaten Flugzeug tatsächlich schon 208 Menschen ausfliegen konnten und die dies weiter tun wollen. Sie berichten von skandalösen Blockaden der bundesdeutschen Behörden. Aber sie geben nicht auf. Wir sind begeistert von dem Mut und der Entschlossenheit dieser aktiven Menschen! Sie zeigen uns, dass es doch immer wieder möglich ist, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen.

Unsere Forderung kann nur sein, dass es sichere Fluchtwege geben muss für alle Menschen, die fliehen wollen und ganz besonders auch für die Armen Menschen! An den Grenzen besonders zu Iran und Pakistan finden aktuell brutale Pushbacks statt. Aber die Grenzen zu den Nachbarländern müssen aufgemacht werden!

Und der Fluchtweg darf nicht im Nachbarland enden! Wer weiter möchte, dem muss das erlaubt sein!

Und an die Bundesregierung: Hört endlich auf mit Euren bürokratischen Regeln mit Visa und so! Damit verschleiert Ihr nur, dass Ihr keine Flüchtende hier her lassen wollt. Statt dessen muss gelten, dass jeder Person ein Visum jedem bei Ankunft in diesem Land ausgestellt werden muss!

Niemand verlässt ohne Not das Zuhause. Lasst die Menschen rein!
Gebt unseren Schwestern und Brüdern das Recht auf Leben und auf Würde!
Wir brauchen ein Bleiberecht und auf Dauer!

Gutes Wohnen für Alle – Forderungen für Göttingen!

Die offene Reihe der omzewand mit Beiträgen von u.a. Göttinger Stadtgruppen wird seit dem 24.08.21 fortgesetzt mit einem Banner des Bündnis Gutes Wohnen für Alle.

Forderungen nach Mietenstopp und konsequenter Rekommunalisierung sind so naheliegend wie angesichts der verheerenden Stadtpolitik der letzten Jahrzehnte auch dringlich. Und da es die Mehrheitsparteien immer noch nicht glauben, der wichtige Hinweis: Der freie Markt ist keine Lösung! Das ausfürliche Wohnkonzept für Göttingen “Für eine bezahlbare und solidarische Stadt” findet ihr auf der Webseite des Büdnisses.

Gira Zapatista – Wir sind Teil des Kampfes!

Die omzewand an der Außenfassade unseres Saals hat seit dem 17.07.21 ein neues Banner. Die offene Reihe mit Beiträgen von u.a. Göttinger Stadtgruppen wird fortgesetzt mit einem Banner der Regionalvernetzung Göttingen, Kassel, Witzenhausen und Leinebergland.

2021 werden die Zapatistas das erste Mal Mexiko verlassen und eine Reise auf alle fünf Kontinente beginnen. In einem historischen Akt erreichte am 20. Juni 2021 das Segelboot „Montaña“ mit den ersten sieben indigenen Aktivist:innen der zapatistischen Autonomiebewegung das europäische Festland.

500 Jahre nach der angeblichen Eroberung Mexikos durch spanische Kolonisator:innen werden die Angehörigen der „Pueblos Originarios“ (ursprüngliche Bevölkerung) in Europa erklären, dass sie nie erobert wurden und bis heute Widerstand gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg leisten.

Die „Reise für das Leben“ genannte Invasion ist auch und insbesondere eine Reise der De-Kolonisierung, die mit Patriarchat, Kapitalismus und Kolonialismus bricht, um das zu finden, was die Menschen zu Gleichen macht, so die Zapatistas in ihren Erklärungen.

PM: Aus Fehlern sollte man Schlüsse ziehen – Untere-Masch-Straße 13 bleibt ein Paradebeispiel für fehlgeleitete Göttinger Wohnungspolitik

Wir sind Teil der Mietini UM13. In der folgenden PM der Mietini geht es um den aktuellen Stand um unser Nachbarhaus, das vom Investor Coreo gekauft, kalt entmietet und nun profitorientiert “aufgewertet” wird.

Pressemitteilung der Mieter:inneninitiative „Untere-Masch-13“ vom 07.07.2021:

Aus Fehlern sollte man Schlüsse ziehen – Untere-Masch-Straße 13 bleibt ein Paradebeispiel für die fehlgeleitete Göttinger Wohnungspolitik

Seit zwei Jahren liegt das Haus in der Unteren-Masch-Straße 13 in den Händen der
Aktiengesellschaft Coreo. Nun sind die endgültigen Sanierungspläne bekannt. Bei gleichbleibender Gesamtwohnfläche sollen noch mehr „Wohnungen“ entstehen. Die Gruppe um die organisierten Bewohner:innen sieht die Entwicklung der Immobilie als beispielhaft für die Probleme der Göttinger Stadtentwicklung und fordert die politische Neuausrichtung in der Stadt.

Im April 2019 hatte die Coreo AG das Gebäude in der Nördlichen Innenstadt aufgekauft und die über 70 Bewohner:innen zum Auszug aufgefordert. Die meisten folgten dieser Anweisung direkt, teils wegen sprachlicher Barrieren und Sorge vor Problemen, oder auch weil sie schlicht nicht wussten, dass Coreos Brief keine rechtliche Grundlage hatte.
„Coreo hat die Unwissenheit der Leute bewusst ausgenutzt und den Brief so geschrieben, als sei die Aufforderung verpflichtend“, berichtet Achim Hauser, einer der wenigen, die noch immer im Gebäude wohnen. Durch gemeinsame Absprachen, Öffentlichkeitsarbeit, viel Durchhaltevermögen und schließlich Verhandlungen mit der Coreo AG ist es einigen gelungen, einen Auszug abzuwenden. Sie konnten sich eine der bereits renovierten Wohnungen erstreiten und so in ihrem vertrauten Umfeld zu bleiben.

Inzwischen sind die Pläne für den Umbau des Gebäudes bekannt. Anders als lange in Aussicht gestellt, soll es nicht verschiedene, auch mehrräumige Wohnungen geben, sondern ausschließlich 1-Zimmer-Wohnungen, die mit 16-25m2 inklusive Küche und Bad sogar noch kleiner werden sollen als die vorherigen Wohnungen. So will Coreo aus 70 rückgebauten Wohnungen sogar 76 schaffen. Der Innenhof soll nicht etwa Raum für Gemeinschafts- und Freizeitaktivitäten werden, sondern soll zum Parkplatz werden. Das läuft auf ein Durchlaufmodell hinaus, in dem vor allem Studierende
einziehen und alsbald wieder ausziehen.

Für Achim Hauser von der organisierten Mieter:innenschaft geben die Pläne Anlass zur Sorge: „Wenn das der Weg ist, den unsere Stadt einschlagen soll, dann besorgt mich das. Ich würde zum Studieren nicht in so einer Massenunterkunft ohne jegliche Gemeinschaftsräume wohnen wollen, wie sie hier entsteht. Aber auf dem Göttinger Wohnungsmarkt werden die Neuankömmlinge wohl keine andere Wahl haben.“ Und mehr noch: „Diese Kleinstwohnungen werden es schwer machen, den Zusammenhalt im Viertel, die teils jahrzehntelangen Nachbarschaften weiter wachsen zu lassen“, so Hauser weiter.

In den Augen der Initiative steht die Stadt in der Verantwortung, bei solchen Plänen einzugreifen: „In den vergangenen Jahren haben wir viel darüber gehört, wie mit dem ‚Soziale Stadt‘-Programm die Zukunft der nördlichen Innenstadt gestaltet werden soll. Wir fragen uns: Ist das die Vision, die die politisch Verantwortlichen vom Leben in der nördlichen Innenstadt und auch vom studentischen Leben in Göttingen haben? So steht ein Studierenden-Unterbringungsmodell in krassem Widerspruch zu der von den Politiker:innen beschworenen zu stärkenden Nachbarschaft und Verbesserung der Quartiersqualität. Hier werden keine alleinerziehende Mutter oder ein junges Paar, welches seinen Arbeitsplatz in der Innenstadt hat, einziehen können.“

Dass die Coreo-AG im Sinne der Profitmaximierung handelt, ist für Hauser und seine Gruppe keine Überraschung, sondern sei im Gegenteil absehbar gewesen: „Natürlich ist Coreo hier in erster Linie für Profite in Göttingen aktiv und nicht für das Wohl der
Stadtbevölkerung. Das liegt ganz logisch in der Sache begründet, wenn man hier als externer Investor Geld anlegt“, kommentiert Hauser das Vorgehen der Aktiengesellschaft.
In den Erfahrungen um die Immobilie zeige sich ein grundlegendes Problem. Doch noch ist es nicht zu spät, zu retten, was noch zu retten ist: Immernoch ist es möglich, Gemeinschaftsräume zu schaffen, auch einige mehrräumige Wohnungen zu bauen und den Innenhof klimafreundlich und zur gemeinschaftlichen Nutzung rückzubauen. Achim Hauser meint dazu: „Am Beispiel der Unteren-Masch-Straße 13 wird sichtbar, was falsch
läuft in der Göttinger Stadtpolitik. Wenn die Stadtentwicklung und die Wohnungswirtschaft privaten Investoren überlassen wird, dann werden wir niemals ausreichend günstigen Wohnraum und eine lebenswerte Stadt für alle bekommen.“ Schon am 21.5.2019 hatte die Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt dem Göttinger Tageblatt gegenüber von einem „Verdrängungseffekt“ und einer „fatalen Situation“ gesprochen. Allein, aus den Fehlern wurden keine Schlüsse gezogen.

Aus ihrer Erfahrung heraus spricht sich die Gruppe für einen Kurswechsel in der Wohnungspolitik aus: „Göttingen soll kein Anlageparadies, sondern ein guter Ort zum Leben sein. Es kann nicht sein, dass die Politik sich den Immobilienkonzernen an den Hals schmeißt wie im sogenannten ‚Bündnis für bezahlbaren Wohnraum‘. Bezahlbaren Wohnraum schafft dieses Bündnis nämlich überhaupt nicht“, meint Achim Hauser. Aus Sicht seiner Gruppe braucht es stattdessen eine öffentliche Wohnraumversorgung:
„Wir brauchen mehr demokratische Kontrolle über den Wohnungsmarkt und viel mehr öffentlichen und sozialen Wohnraum. Gerade mit Blick auf die Kommunalwahlen wird es Zeit, dass die Politik anfängt hier Verantwortung zu übernehmen.“

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung:
unteremasch13@gmx.de

Unter folgendem Link finden Sie Fotos, die Sie zu Pressezwecken gern benutzen können:
https://wetransfer.com/downloads/678e78b71ba316c55c9e632c271a681820210707131338/c0b6a2246405b1745e9dac13b0a32f9620210707131354/85295d

Erdoğans »Neue Türkei« und der Krieg gegen die KurdInnen – Bericht der Friedensdelegation nach Südkurdistan

Donnerstag, 15. Juli 2021, 19 Uhr, Nikolaikirchof – bringt euch Sitzgelegenheiten mit
(bei schlechtem Wetter in der OM10, Obere-Masch-Str. 10 – achtet auf Ankündigungen)

Angesichts einer angeschlagenen Wirtschaft und einbrechender Zustimmungswerte setzt der türkische Präsident Erdogan einmal mehr auf Krieg. Seit knapp sechs Jahren wütet in Nordkurdistan ein regelrechter türkischer Staatsterrorismus gegen die kurdische Gesellschaft und ihre politischen Institutionen, vor allem gegen die Demokratische Partei der Völker (HDP). Erdogan hat sich die Unterwerfung nicht nur der kurdischen, sondern aller demokratischen oppositionellen Kräfte innerhalb der Türkei auf die Fahnen geschrieben. Die türkische Expansions- und Besatzungspolitik hat jedoch längst die türkischen Grenzen überschritten und wütet auch in Südkurdistan (Nordirak) und Rojava (Nordsyrien).

Nach mehreren völkerrechtswidrigen Besatzungsoperationen in Rojava, sei es die Annektierung des nordsyrischen Kantons Efrîn 2018 oder die Besetzung von Girê Spî (Tall Abyad) und Serê Kanîyê (Ras al-Ain) im Oktober 2019, hat die Türkei seit Anfang des Jahres nun auch ihre aggressive Kriegsstrategie auf Südkurdistan intensiviert. Auch dieser aktuelle Völkerrechtsbruch der Türkei in Südkurdistan erregt praktisch keine Aufmerksamkeit.

Daher reiste Anfang Juni die internationale „Delegation für Frieden und Freiheit in Kurdistan“ nach Südkurdistan. Ihr Ziel war es die Auswirkungen dieses Krieges zu dokumentieren und international zu thematisieren, den betroffenen Menschen, deren Dörfer zerstört worden sind, durch Beistand Solidarität zu leisten sowie in Gesprächen mit politischen Kräften zivilgesellschaftliche Friedensinitiative zu stärken, um Wege zum Frieden zu ermöglichen.

Auf der Diskussionsveranstaltung wollen wir über die türkische Besatzung in Kurdistan und die geopolitischen Hintergründe sprechen. Wie ist die aktuelle Situation vor Ort? Warum sind Errungenschaften der KurdInnen immer wieder Angriffen ausgesetzt? Was für eine Strategie verfolgt der türkische Staat in Kurdistan? Neben dieser politischen Einordnung wird ein Teilnehmer der Delegation über seine Erfahrungen vor Ort und die Rolle Deutschlands in diesem Konflikt berichten.

Mit einem Vertreter von Civaka Azad und einem Teilnehmer der Delegation für Frieden und Freiheit in Kurdistan.

Veranstaltet von Rojava Solibündnis Göttingen, Lokale Witzenhausen, OM10

Gesundheit ist Menschenrecht – als Frau stark sein mit Körper und Seele

Veranstaltungsreihe von FiA und Medinetz Göttingen

Das Recht auf Gesundheit wurde 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert. Gesundheit ist dabei laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht nur das Fehlen von Krankheit, sondern „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens“ (WHO, 2014). Gesundheit ist einer von vielen Faktoren, wo sich gesellschaftliche Ungleichheiten widerspiegeln.
Unserer Ansicht nach stehen vor allem Frauen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung vor großen Herausforderungen: Zum Einen sind Asylbewerber:innen, EU-Bürger:innen ohne Krankenversicherung im „Herkunftsland“ oder Menschen ohne Aufenthaltstitel von der gesundheitlichen Regelversorgung ausgeschlossen und werden nur in medizinischen Notfällen kostenlos behandelt. Zum Anderen ist der Zugangs zu Informationen aufgrund von Sprachbarrieren oder wenig Erfahrung mit dem deutschen Gesundheitssystem erschwert. Für Frauen kommt erschwerend hinzu, dass sie einen Großteil der Sorgearbeit übernehmen und dabei die eigenen Bedürfnisse, die eigenen Fragen und Unsicherheiten sowie die eigene Versorgung oft zu kurz kommen. Diese Umstände erschweren es Frauen erheblich, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern sowie sich unabhängig um sich und ihre Gesundheit kümmern zu können. Häufig sind sie von Männern abhängig für die Übersetzung bei beispielsweise ärztlichen Terminen. Ein geschützter Raum zwischen Fachperson und Patientin, um offen Fragen zu stellen und die eigenen Bedürfnisse zu besprechen, kann so häufig gar nicht erst entstehen.
In unserer täglichen Arbeit beobachten wir, dass unter Frauen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung sehr große Unsicherheit und viele Fragen zum Thema Gesundheit vorliegen.

Aufgrund dieser Erfahrungen veranstalten die Frauengruppe FiA zusammen mit der Gruppe Medinetz in der 2. Jahreshälfte 2021 ein Gesundheitsprojekt, dass vorerst aus 6 Veranstaltungen besteht. Die einzelnen Veranstaltungen werden jeweils verschiedene Gesundheitsthemen behandeln. Die Themenauswahl richtet sich nach den Rückmeldungen, den selbst formulierten Fragen und Bedarfen der Teilnehmerinnen. Zu den jeweiligen Themen wird immer eine Fachperson mit Input und Gesprächsleitung anwesend sein. In einem geschützten Raum wird so auf der Grundlage fachlicher Informationen der Austausch unter Frauen gefördert, Fragen und Unsicherheiten beantwortet und Kenntnisse erworben. So wird ein Prozess der Selbstermächtigung unterstützt.

Stattgefundenen Veranstaltungen:

Wie geht es mir in Corona-Zeiten?“ (20.5.2021)
„In Bewegung bleiben“ (24.06.2021)
“Was will mein Körper mir sagen?” (15.07.2021)