Solidarität mit der Autonomen Selbstverwaltung in Nord- & Ost-Syrien und der internationalen People’s Caravan (Karavane zur Verteidigung der Menschlichkeit)

OM10 ruft zur Solidarität mit der Autonomen Selbstverwaltung in Nord- & Ost-Syrien auf und unterstützt die internationale People’s Caravan (Karavane zur Verteidigung der Menschlichkeit), der sich auch mehrere Göttinger Internationalist*innen angeschlossen haben.

Aktuell werden die selbstverwalteten kurdischen Gebiete in Rojava (Nord- und Ost-Syrien) massiv von Truppen der neuen Syrischen Machthaber, türkischem Militär und anderen islamistischen Milizen angegriffen. Dabei werden gezielt Infrastruktur, Krankenhäuser und Schulen zerstört. Kobanê wird nunmehr seit einer Woche von islamistischen Milizen belagert. Die vereinbarte Waffenruhe wurde wiederholt gebrochen. In Kobanê sind rund 150.000 Zivilist*innen eingeschlossen und haben keinen Zugang zu Strom, Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. 

“Für uns und viele andere hier in Deutschland ist die Autonome Selbstverwaltung in Rojava der konkrete Versuch der Umsetzung einer Utopie, die auf demokratischen Werten und der Befreiung aller Geschlechter sowie den Schutz der Ökologie basiert.” so Ina Bruckner aus der OM10. 

In den letzten 11 Jahren war der aktive Aufbau einer selbstverwalteten Gesellschaft in Rojava ein Hoffnungschimmer innerhalb einer immer kälter werdenden polarisierenden Gesellschaft. Hier wird ein gesellschaftliches Selbstverwaltungsmodell aufgebaut und vorgelebt, dass tatsächlich funktioniert. Auch die OM10 hat immer wieder aktiv Kontakt zu dieser emanzipatorischen Bewegung gepflegt. Kurd*innen haben wiederholt in der OM10 gewohnt und auch von hier sind Menschen nach Rojava gefahren und haben sich von einem Projekt inspririeren lassen, in dem sich Tatendrang, Hoffnung und Aufbruch durch die ganze Gesellschaft zieht. 

“Wenn dieses leuchtende Beispiel nun von allen Seiten angegriffen wird, um es zu zerstören, sind auch wir gemeint und wollen uns solidarisch an die Seite der Menschen stellen, die uns 11 Jahre lang Mut gemacht haben, dass wir eine andere Welt aufbauen können!” so Bruckner

Deswegen haben sich auch Genoss*innen aus Göttingen der internationalen Karawane für die Menschlichkeit angeschlossen. “Gemeinsam mit anderen Konvois aus Europa wollen wir über die Türkei nach Kobane fahren” so eine Teilnehmerin an der Karawane, “Die Stadt, von deren Widerstand ausgehend 2014 schließlich der IS besiegt wurde, die Stadt, die aktuell von den syrischen und der Türkei gesteuerter Milizen umzingelt und angegriffen wird. Es gibt Massaker, Hinrichtungen, Frauen werden geköpft und ihre Leichen geschändet, in von Dschihadisten eroberten Orten werden wieder schwarze Burkas verteilt. Deshalb will die Karawane sehr direkt Solidarität und Öffentlichkeit schaffen. Sie wird über ihre Erlebnisse auf der Reise und über die Situation vor Ort direkt berichten. 

Ina Bruckner dazu: “Die Duldung der Verbrechen der syrischen Übergangsregierung, des Türkischen Machthabers und der mörderischen IS-Milizen durch die Großmächte ist unerträglich!” und sie ergänzt: “Deutschland und die EU verantworten die Zerstörung, Vertreibung und Misshandlung der kurdischen Menschen mit, wenn sie dazu schweigen.” und weiter: “Es braucht öffentliche Solidarität und politischen Druck auf allen Ebenen, um al-Sharaa, Erdogan, Merz, von der Leyen und andere, die die Massaker unterstützen oder dulden, zu stoppen. Es darf keine Partnerschaft mit Dscholani, Erdogan oder IS  zum Zweck der menschenfeindlichen, europäischen Abschiebepolitik geben!”

“Und wir unterstützen die Karawane für die Menschlichkeit.” so Bruckner weiter “Denn sie versucht, das überwiegende Schweigen der deutschen Medien und der deutschen Politik zu dem Krieg gegen die Selbstverwaltung in Rojava zu durchbrechen.” und weiter: “Wir solidarisieren uns mit unseren Freund*innen, die sich aufgemacht haben und vor allem mit den Menschen, die in Rojava ihre Werte von Demokratie, Geschlechterbefreiung und Vielfalt verteidigen!” 

Our House OM10

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